Was ist ein Newsletter?
Ein Newsletter ist ein regelmäßig verschicktes Rundschreiben, mit dem z.B. eine Firma oder ein Dienstleister über Neuigkeiten, interessante Informationen und Ankündigungen aus seinem Bereich informieren kann.
Im Online-Bereich ist mit “Newsletter” in der Regel ein Email-Newsletter gemeint. Die Kosten für den Versand und die Erstellung sind bei dieser Newsletter-Form sehr überschaubar, weshalb er sich zunehmender Beliebtheit erfreut.
Natürlich hält Sie aber nichts davon ab, kreativ zu werden und einen Newsletter als Postkarte, Fax oder anderes an einen interessierten Personenkreis zu senden.
Wer kann einen Newsletter verschicken?
Jeder, der anderen etwas mitzuteilen hat.
Im Ernst: Sie sollten ein durchdachtes Konzept haben, was Sie mit Ihrem Newsletter erreichen wollen, und was Sie Ihren Abonnenten bieten. Wenn Sie dann Menschen finden, die sich für genau diese Informationen interessieren, publizieren Sie einen erfolgreichen Newsletter…
Die technischen und finanziellen Investitionen in einen Email-Newsletter sind nicht sehr hoch (mehr dazu unten). Schwieriger ist es da schon, regelmäßig die Inhalte zu produzieren. Überlegen Sie sich also, worüber Sie schreiben wollen, damit der Newsletter nicht schnell zur Last wird!
Wie häufig müssen Sie einen Newsletter verschicken?
Für die Versandhäufigkeit gibt es keine feste Regel. Manche Herausgeber versenden sehr häufig (täglich oder in Einzelfällen sogar mehr), manche relativ selten (einmal pro Monat oder noch seltener). Es hängt sehr davon ab, wieviel Inhalt Sie tatsächlich verbreiten möchten, und wie häufig Ihre Abonnenten bereit sind, Emails von Ihnen zu lesen.
Ein sehr häufiger Versand, bis hin zu täglich, ist für Sie als Trainer und Coach in aller Regel nicht sinnvoll. Dies bietet sich eher in anderen Bereichen an, z.B. wenn Informationen über Aktienmärkte verschickt werden.
Generell rate ich Ihnen, den Newsletter im anfänglichen Überschwang nicht zu häufig zu versenden. Schließlich müssen Sie auch in ein paar Monaten noch etwas zu schreiben haben.
Weniger als einmal pro Monat ist dann aber zu selten. Ihre Abonnenten erinnern sich sonst vielleicht unter Umständen gar nicht mehr daran, wer Sie eigentlich sind und warum Sie ihnen eine Email schicken…
Auch den Versendezeitpunkt müssen Sie festlegen. Manche Herausgeber versenden regelmäßig zu einem bestimmten Termin, z.b. jeweils am Monatsersten oder jeden Montag. Andere senden immer dann, wenn sie etwas Neues zu vermelden haben.
Ersteres hat den Vorteil, dass Ihre Abonnenten Ihren Newsletter an einem bestimmten Termin “erwarten” – zumindest in der Theorie…
Letzteres hat den Vorteil, dass Sie nicht an bestimmte Fristen gebunden sind und auch einmal eine Woche auslassen können oder zweimal kurz hintereinander etwas Wichtiges versenden. Achten Sie aber auch hier darauf, dass Ihre Versandintervalle nicht zu groß werden.
Was könnte der Inhalt Ihres Newsletters sein?
Alles, was Ihre Abonnenten interessiert. Neue Angebote, z.B. neue Trainingsformen oder Themen. Ein Ortswechsel Ihrer Coaching-Räume. Neuigkeiten aus einer Branche, in der Ihre Kunden arbeiten. Interessante Ressourcen, z.B. Buchempfehlungen. Inhaltliches, z.B. sehr kurze Auszüge aus einem Trainingsprogramm als “Appetithappen” oder Anregungen zur persönlichen Weiterentwicklung. Das kann ein “Zitat der Woche” genauso sein wie ein Tipp zum Ordnung schaffen oder eine kurze Gymnastikübung.
Sie können also einen Newsletter herausgeben, auch wenn Sie nicht dauernd berufliche Neuigkeiten zu vermelden haben. Der Themenbereich Ihres Newsletter sollte aber genügend Stoff für Ihre Ausgaben hergeben. Um Weihnachtswünsche zu verschicken, brauchen Sie keinen Newsletter aufzusetzen…
Was sind die Vor- und Nachteile eines Email-Newsletters für Sie?
Die Vorteile eines Newsletters sind:
- Sie können auf einfache Art viele Kunden und Interessenten erreichen.
- Sie rufen sich regelmäßig in Erinnerung.
- Sie machen Neuigkeiten über sich und Ihre Angebote bekannt.
- Ihre Abonnenten haben die Möglichkeit, Ihre Person und Ihren Stil in einem unverbindlichen Rahmen kennenzulernen.
- Sie können Werbung für sich und Ihre Angebote bzw. Produkte machen.
- Wenn es Ihnen schwer fällt, direkt zu werben, können Sie in einem Newsletter zum großen Teil auch inhaltlich überzeugen, ohne direkt Werbung zu machen. Als Trainer oder Coach bietet sich das besonders an. Wenn Ihre Abonnenten von Ihnen immer wieder gute Tipps zu einem bestimmten Thema bekommen, werden sie auch eher geneigt sein, tiefergehende Hilfe zu diesem Thema bei Ihnen zu suchen.
- Sie können sich als Experte in einem bestimmten Gebiet etablieren.
- Ein Newsletter ist ein sehr niederschwelliges Angebot. Die meisten Menschen sind bereit, bei einem seriösen Anbieter Ihre Emailadresse anzugeben, um dafür Informationen zu erhalten. Ein direkte Email oder ein Telefonat stellt bereits eine größere Hürde dar.
Denken Sie aber daran, dass Sie diese Vorteile nicht nur mit einem Newsletter erreichen können, sondern auch mit anderen Mitteln!
Außerdem sollten Sie sich auch über die Nachteile eines Newsletters im Klaren sein:
- Bei Nutzung eines Newsletter-Providers: laufende Kosten, auch wenn diese gering sind.
- Bei Nutzung einer Newsletter-Software auf dem eigenen Server: Aufsetzen und Wartung müssen von Ihnen übernommen oder bezahlt werden.
- Das Einrichten eines Newsletters kostet Zeit.
- Sie müssen den Newsletter bewerben bzw. bekannt machen, damit Sie Abonnenten bekommen.
- Für einen Newsletter müssen Sie regelmäßig Inhalte erstellen. Auch wenn Ihnen einmal nichts einfällt. Auch wenn Sie sehr unter Zeitdruck stehen.
- Auch die Ferienzeit und andere Abwesenheitsperioden müssen geplant und vorbereitet werden.
- Nicht jeder fühlt sich wohl damit, das Medium Email für Kontakte zu nutzen.
Welche technischen Voraussetzungen benötigen Sie?
Einen Email-Newsletter können Sie entweder mit einer geeigneten Software direkt von Ihrem Webserver aus versenden, oder Sie nutzen einen Newsletter-Provider.
Ein solcher Provider macht nichts anderes, als Ihnen eine Datenbank und einen Email-Server zur Verfügung zu stellen. In der Regel geben Sie über eine Webseite des Providers alle Daten und Texte ein. Der Provider stellt Ihnen dann den HTML-Code für das Anmeldeformular zur Verfügung, den Sie auf Ihrer Homepage einbinden müssen.
Interessenten können sich dann direkt in diesem Formular auf Ihrer Homepage anmelden und werden vom Provider in den Newsletter-Verteiler aufgenommen.
Wenn Sie eine neue Newsletter-Ausgabe auf der Webseite des Providers geschrieben haben und abschicken, wird sie von den Email-Servern des Providers aus an alle Emailadressen im Verteiler versandt.
Für einen solchen Email-Provider müssen Sie geringe monatliche Kosten einplanen. Dafür müssen Sie sich bei einem seriösen Provider nicht mit Spam-Vorwürfen herumplagen, und die meisten technischen Dinge werden Ihnen auch abgenommen. Außerdem bietet Ihnen ein guter Newsletter-Provider auch einen guten Support, der bei Problemen weiterhilft.
Die Alternative ist die Verwendung eines Newsletter-Skriptes auf dem eigenen Webserver.
Hierbei sind Sie allerdings für die Installation, Wartung und Sicherheit der Software selbst verantwortlich bzw. müssen jemanden bezahlen, der sich darum kümmert.
Die Bedienbarkeit hängt von der Software ab, die Sie verwenden. Aber auch in diesem Fall müssen Sie für die Einbindung des Anmelde-Formulars auf Ihrer Webseite sorgen.
Außerdem beschränken viele Web-Hoster die Anzahl der Emails, die pro Stunde von einem Webserver versandt werden kann, oft auf wenige Hundert. Wenn Sie einen lokalen Veranstaltungskalender versenden, genügt das vielleicht. Wenn Sie einen Newsletter mit dem motivierenden Zitat der Woche aufsetzen und mit vielen Abonnenten rechnen, kommen Sie damit wahrscheinlich nicht aus.
Generell empfehle ich Ihnen die Nutzung einer Newsletter-Software auf Ihrem Webserver nur dann, wenn Sie zum einen technisch selbst damit zurechtkommen oder jemanden zur Hand haben, der Ihnen für wenig Geld hilft. Zum anderen sollte der Empfängerkreis Ihres Newsletters eng eingegrenzt sein, damit Sie nicht mit Spam-Vorwürfen und ähnlichem konfrontiert werden.
Für die meisten von Ihnen macht die Verwendung eines Newsletter-Providers mehr Sinn, da die geringen monatlichen Kosten den potentiellen Ärger und den technischen Aufwand einer eigenen Software-Lösung mehr als aufwiegen.
Woran Sie vielleicht nicht gedacht hatten…
Manche Newsletter enthalten Werbeblöcke, in denen Dritte Werbeplatz buchen können. Die Kosten für diese Werbung hängen unter anderem von der Zahl der Empfänger und vom Thema ab.
Dies kann für Sie auch interessant sein, wenn Sie selbst gar keinen Newsletter herausgeben. Vielleicht gibt es in Ihrem Bereich Newsletter, die Ihre Kunden sehr gezielt ansprechen und die auch Werbeplatz verkaufen? Unter Umständen können Sie so gezielter und erfolgreicher werben als z.B. mit einer Google-Adwords-Kampagne.
Falls Sie selbst einen Newsletter herausgeben und genügend Abonnenten haben, kann es unter Umständen auch interessant sein, Werbeplatz zu verkaufen. Wägen Sie aber die Einnahmen gut gegen potentielle Kosten ab. Wenn Ihre Abonnenten beispielsweise sehr kritisch auf Werbung reagieren, vergraulen Sie damit unter Umständen mehr Leser, als die Werbeeinnahmen wert sind.
Welche rechtlichen Voraussetzungen müssen Sie beachten, wenn Sie einen Email-Newsletter herausgeben wollen?
Bitte beachten Sie, dass ich keine Rechtsanwältin bin. Ich gebe Ihnen hier mein Verständnis der Rechtslage nach bestem Wissen und Gewissen wieder. Ich rate Ihnen aber dringend dazu, sich gegebenenfalls bei einem fachkundigen Rechtsanwalt zu informieren.
Wie andere geschäftliche Emails auch sollte Ihr Newsletter ein Impressum enthalten.
Zudem müssen Sie sicherstellen, dass er nur an Abonnenten verschickt wird, die damit auch einverstanden sind. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, denn was nutzen Ihnen “Leser”, die Ihren Newsletter direkt in den Spam-Ordner verschieben?
(Damit schließt sich übrigens auch das Einkaufen von angeblich legalen Emailadress-Listen aus. Von der rechtlich problematischen Seite einmal abgesehen, ganz ehrlich: Erhalten Sie gerne ungebetene Emails von Anbietern, die Ihre Emailadresse gekauft haben? Und ja, genau das ist Spam – unerbetener Versand von Massenemails…)
Am einfachsten und sichersten erreichen Sie die notwendige Einwilligung Ihrer Abonnenten durch das sogenannten “double opt-in”-Verfahren. Dabei erhalten Ihre Abonnenten zunächst eine Email mit einem Bestätigungslink, den sie anklicken müssen. Erst danach erhalten sie die regulären Newsletter-Ausgaben. Auf diese Art kann verhindert werden, dass ein Scherzkeks die Emailadresse von Dritten einträgt.
Außerdem muss jede Ausgabe Ihres Newsletters eine Möglichkeit enthalten, sich wieder davon abzumelden. Am einfachsten realisieren Sie das über einen “unsubscribe”-Link am Ende jeder Email, der automatisch eingefügt wird. Wenn ein Leser darauf klickt, wird seine Emailadresse automatisch aus dem Newsletter-Verteiler entfernt.
Gute Software und seriöse Newsletter-Provider bieten Ihnen double opt-in und unsubscribe-Link selbstverständlich an oder bestehen sogar darauf.
Wenn Sie das double opt-in-Verfahren und einen unsubscribe-Link einmal “live” sehen möchten, abonnieren Sie doch einfach meinen Lernfeuer Digital-Newsletter…
Von der Weitergabe oder dem Verkauf von gesammelten Emailadressen rate ich Ihnen dringend ab. Zum einen finde ich es ein Gebot der Anständigkeit – Ihre Leser haben Ihnen mit der Weitergabe der Emailadresse ein Stück weit vertraut, und solches Vertrauen missbraucht man nicht. Gerade als Trainer oder Coach sind Sie ja auf das Vertrauen Ihrer Kunden angewiesen.
Zum anderen können Sie sich damit einen sehr schlechten Ruf einhandeln oder sogar in rechtliche Probleme kommen. Falls Sie den Verkauf von Emailadressen oder eines kompletten Newsletter-Verteilers trotzdem erwägen, empfehle ich Ihnen dringend, einen kompetenten Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen!
Mein Rat für Sie als Trainer oder Coach
Einen Email-Newsletter aufzusetzen ist nicht schwer. Interessierte Leser zu finden macht schon etwas mehr Mühe. Regelmäßige Ausgaben zu schreiben kann aber zur Qual werden, wenn Sie gerade einmal nichts zu sagen haben.
Bevor Sie einen Newsletter anfangen, überlegen Sie sich deshalb folgende Dinge: Was ist Ihr Ziel, was wollen Sie mit diesem Newsletter erreichen? Wer ist Ihre Zielgruppe, und wofür interessieren sich diese Personen? Was sind die Inhalte, womit werden Sie die Ausgaben füllen? Und zu guter letzt: Gibt es vielleicht einen effektiveren oder weniger aufwendigen Weg als einen Newsletter, um das angestrebte Ziel zu erreichen?
Hat Ihnen diese Ausgabe des Lernfeuer-Lexikons geholfen? Welche Informationen haben Sie vermisst? Schreiben Sie mir, am besten als Kommentar zu diesem Post…



